Wie Helmut Eckhoff (96) möcht’ ich alt werden

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Ich halte es für wirklich wichtig lebendige Vorbilder zu haben. So sehr mich auch Legenden wie Leonardo da Vinci und Goethe faszinieren, kommen sie doch nicht an mein ältestes, lebendes Vorbild dran. Mal abgesehen von meiner direkten Familie, wüsste ich keinen Menschen der länger und nachhaltiger auf mich gewirkt hat als Helmut Eckhoff.

Benjamin Sufiani, Helmut Eckhoff und Andrea Sufiani 2010

Wir haben zufällig beide am 25. März Geburtstag, nur er 1915 und ich 67 Jahre später. Ich habe Hr. Eckhoff (wie ich ihn in meinem Kopf immer noch nenne) in Bergneustadt kennen gelernt als ich ungefähr drei oder vier Jahre alt war. Er war der Englisch Lehrer meiner Mutter und meine Großmutter hat ihm im Haushalt unterstützt. Da ich viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht habe, kam ich oft in den Genuss bei Hr. Eckhoff zu sein.

Bis heute kenne ich kaum einen wacheren Geist, der fließender von aktueller und historischer Politik, Musik, Sprache, Philosophie und Mathematik zu sprechen weiß. Mit vier oder fünf hat er angefangen mir Schach beizubringen und seit dem haben wir immer wenn wir uns gesehen haben wenigstens eine Partie gespielt.

Ich bin ihm so dankbar für all das, was er mir einfach vorgelebt hat. Er hat mir vor allem gezeigt, dass alt zu werden etwas Wunderbares und auch Gewinnbringendes sein kann. Ich habe bei ihm immer das Gefühl, dass ihn jedes Lebensjahr innerlich reicher gemacht hat.

So wünsche ich mir auch älter werden zu können, so würdevoll und inspirierend für meine Umwelt. Dieses Jahr ist Hr. Eckhoff 96 Jahre alt geworden und ich mag mir nicht vorstellen wie es sich anfühlt, wenn er nicht mehr da ist. Jedenfalls hat er eine meine Menge Meme an mich weitergebenen, die ich hoffentlich auch wieder weiter tragen kann. Ich dachte mir, ihr solltet einfach mal von ihm hört haben.